Der Film „Flüstern und Schreien – Ein Rockreport“ war 1988 in der DDR etwas Besonderes. Jedenfalls für diejenigen Jugendlichen, welche Rebellion im Blut und die Neubestimmung von Konstellationen zum Ziel hatten. Er zeigte erstmals relativ unverblümt und objektiv, was in der DDR an musikalischer und jugendlicher Subkultur in den 80er Jahren möglich war. Viele erkannten sich hier wieder und fanden sich und ihre Generation authentisch dargestellt. Daran knüpfte der Dokumentarfilm „Unsere Kinder – Jugend- und Protestkultur in der DDR“ von 1989 an. Beide Filme unterstützen Erinnerung. Sie sind ehrliche Versuche, jungen Menschen gerecht zu werden, die sich auflehnen, sich ausprobieren, Grenzen einreißen, anders sein wollen. Und die etwas einforderten, für das sie viel gegeben hätten: Ehrlichkeit, Authentizität, Einheit von Worten und Taten, Denken und Tun. Als Person anerkannt und gebraucht werden. Im Widerspruch reifen. Das Selbst entdecken und sich in ehrlicher Gemeinschaft verwirklichen dürfen. Das war damals schwierig. Und ist heute nicht leichter. Damals war ihre Zeit. Damals war meine Zeit. Das war damals, gerade noch so, in dem Land, in dem ich geboren bin. Und das hat nicht aufgehört – nach der Wende.
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